Zu den Hintergründen unserer Initiative:

Die Eingruppierung in die Pflegestufen wird von den Medizinischen Diensten der Krankenkassen vorgenommen. Die Begutachtungsrichtlinien, die dem Medizinischen Dienst als Grundlage dienen, berücksichtigen in ihrer gegenwärtigen Form den tatsächlichen Betreuungsaufwand für Menschen mit Demenz nur sehr unzureichend. In erster Linie werden körperliche Defizite erfasst. Unter diesen leiden Menschen mit Demenz aber häufig nicht, sondern sie sind orientierungslos, verhaltensauffällig, haben keinen Tag-Nacht-Rhythmus mehr u. ä. Diese psychosozialen Störungen, die das Pflegepersonal rund um die Uhr fordern, spielen in den Richtlinien für die Begutachtung eine zu geringe Rolle.

Lesen Sie mehr dazu im Text "Demenzkranke und Pflegestufen" (PDF-Dokument zum Herunterladen).

Die Folge:
Menschen mit Demenz kommen in eine relativ niedrige Pflegestufe, d. h., es steht letztlich zu wenig Geld zur Verfügung, um die Bewohner angemessen zu betreuen.

Wir stellen fest:

  • für Menschen mit Demenz sind durch die Reform der Pflegeversicherung zwar Verbesserungen eingetreten, sie reichen aber bei weitem nicht aus. Nach wie vor wird durch die derzeit geltenden Regelungen eine Betreuung nicht sichergestellt, die sich an den tatsächlichen Bedürfnissen des genannten Personenkreises orientiert;
  • dass unter den gegenwärtigen Bedingungen nicht nur die Bewohner der stationären Einrichtungen leiden, sondern auch für die Mitarbeitenden die Belastung viel zu groß ist. Es ist zu befürchten, dass für die Betreuung von Menschen mit Demenz auf Dauer nicht genügend Fachpersonal zur Verfügung steht.

Wir fordern vom Medizinischen Dienst der Spitzenverbände eine Modifikation des Kriterienkatalogs zur Festlegung von Pflegestufen:

Mit der Aktion „Eine Pflegestufe höher“ möchten wir Sie informieren und mobilisieren.
Gesetzgeber, Pflegekassen und der Medizinische Dienst sollen endlich den Betreuungsbedarf demenzkranker und depressiver BewohnerInnen in vollem Umfang im Pflegebedürftigkeitsbegriff berücksichtigen.

Mit der Unterschriftenaktion setzen wir ein deutliches Zeichen für Menschen mit Demenz in Pflegeheimen.

Wir haben sie nicht vergessen: Menschen mit Demenz!